Der Brocken - Der Blocksberg

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Hier zwei alte Postkarten.

Sie zeigen, was in der Walpurgisnacht so auf dem Brocken los ist.


Die Hexen zu dem Brocken zieh'n,
Die Stoppel ist gelb, die Saat ist grün.
Dort sammelt sich der grosse Hauf,
Herr Urian sitzt obenauf.
So geht es über Stein und Stock,
es farzt die Hexe, es stinkt der Bock.

Johann Wolfgang von Goethe:

"Faust", Walpurgisnacht

Chor der Hexen



Auf dem Brocken waren wir in unserem Urlaub im Sommer 1997.

Der Brocken ist auch berühmt als "Blocksberg".

Wie man auf den alten Postkarten sehen kann, treffen sich dort jedes Jahr in der Walpurgisnacht (die Nacht vom 30. April zum 1. Mai) alle Hexen zum großen Fest.

Auf der Bergspitze fand Goethe Impressionen für seinen "Faust". Bei zwei Felsen, genannt "Teufelskanzel" und "Hexenaltar".

Heute ist der Brocken Teil eines Nationalparks.

Das Klima auf dem Brocken ist völlig anders als im Umland. Meist liegt von September bis Mai Schnee. Die klimatische Situation ist wie gleiche, wie im Gebirge über 2000 m Höhe. Dabei ist der Brocken "nur" 1142 m hoch. Doch er ist die höchste Erhebung in ganz Deutschland nördlich der Alpen.

Da oben nichts die Sicht versperrt, sollen bei guter Sicht mehr als 80 Städte und 600 Dörfer zu sehen sein.

Seit 1890 gibt es auf dem Brocken auch einen botanischen Garten mit seltenen Pflanzen.

Sogar ein Bahnhof ist auf dem Brocken. Nostalgisch von einer Dampflok gezogen kann man hier mit der HSB, den Harzer Schmalspur-Bahnen, herkommen. Schöner sind allerdings die herrlichen Wanderwege.

Der erste Fernsehturm der Welt steht ebenfalls hier. Seit 1935 sendete die Deutsche Reichspost in Bild und Ton vom Brocken. Von 1936 bis 1937 wurde dann der Fernsehturm gebaut. Im Jahre 1936 war dann die Fernsehpremiere mit der Übertragung der Olympischen Sommerspiele in Berlin.

Bis zum Beginn des 2. Weltkrieges, September 1939, war der Fernsehturm in Betrieb.

Zum Ende des Krieges, am 17. April 1945, wurde auch der Brocken bombardiert. Brocken-Hotel und Wetterstation wurden total zerstört. Der Fernsehturm wurde verschont. Was wohl Absicht war, denn die Amerikaner nutzten ihn von 1945 bis zu ihrem Abzug 1947. Dabei nahmen sie alles interessante technische Gerät mit und machten Fernsehturm und Wetterstation unbrauchbar.

Von 1973 bis 1976 wurde ein moderner Fernsehturm gebaut, neben dem alten, für das zweite Programm des DDR-Fernsehens. Heute wird er zur Ausstrahlung des ZDF genutzt.

Seit 1957 war der Brocken Sicherheitszone. Mit dem Bau der Berliner Mauer am 13. August 1961 sogar militärische Hochsicherheits-Zone, er wurde umgebaut zu einer Festung. Grenztruppen bezogen den Bahnhof der Brockenbahn. Natürlich hatte auch die Sowjetarmee hier Truppen stationiert. Und im Fernsehturm saß nun die Stasi, bis sie 1985 ein eigenes Gebäude bekam, welches heute das Brocken-Museum ist.

Als Krönung des Ganzen wurde das ganze Brockenplateau mit einer 3,60 m hohen Mauer abgeriegelt. Heute ist davon glücklicherweise nichts mehr zu sehen. An Stelle der Mauer verläuft hier nun ein Brocken-Rundwanderweg.

Auch fast alle militärischen Gebäude sind nun abgerissen.


Nun nochmal zu Johann Wolfgang von Goethe. Beim Ersteigen des Brockens am 17. August 1783 schrieb er das nun folgende Gedicht.

Ich denke, gute Eindrücke, denn wir haben das selbe erlebt...

Wanderung zum Gipfel des Brockens

Mit raschem Schritt,
Wenngleich mit Schweißvergießen
Stieg ich hinan den Berg,
Der, wie ein Riese niederblickend auf den Zwerg,
Sich über alle Nebenhügel bläht,
Den Berg, wo sonst des Teufels Majestšt
Ihr Hochzeitsfest durch ein Ballett
Der Damen ihres Hofes feiern ließen.
Hinan, hinan mit Muth und Kraft
Den steilen Brocken!
Rief mir mein Genius mit leiser Stimme zu.
Hinan, und scheue nicht den Wind,
Der in den Locken
Dir saust, denn sieh, dort oben winket dir die Ruh!
Wie schön, dacht ich, wenn ich von jener Höhe
Im Morgenroth hinab in ferne Thäler sehe!
Wie herrlich, wenn ich dann mit trunknen Blicken
Und hingerissen von Entzücken
Rings um mich her den Bau
Des Schöpfers und der Menschen schau! -
Ich kam und sah - sah sie verhüllt
Vor meinem Blick, der Schöpfung große Scene! -
Wie trüb und düster war mir dieses Bild!
Mit Wehmuth ward mein Herz erfüllt,
Und in mein Aug stieg eine Thräne.
Denn ach! gleich froh stieg ich der
Hoffnung steilen Hügel
Mit raschen Schritten einst hinan;
Mich hob die Phantasie auf raschem Flügel,
Bis ich des Gipfels Höh gewann.
Da sah ich rings um mich in weiter Ferne
Der Freude Rosenthäler blühn,
Sah über mir der hellen Zukunft Sterne
Mit goldnem Glanze glühn -
Doch bald, ach nur zu bald, hüllten Dünste
Den Horizont in dicke Nebel ein,
Und mir verschwand, als wie durch Zauberkünste
Der Zukunft Sonnenschein.

Brocken-Links

Hier gibt es eine Seite zum Brocken.

Und hier gibt es die Brocken-WebCam. Mehrere verschiedene Live-Bilder vom Brocken.

Hier das aktuelle Brocken-Wetter.

Und hier geht es zum Brockenwirt.
Übernachtungsmöglichkeit auf dem Brocken und Gastwirtschaft.

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Letzte Änderung am: 1. Juli 2000

© Klaus Eichfeld 2000